Flohfußball

Bonolino und der FlohzirkusBonolino und der Flohzirkus

Kläff, kläff, kläff! Der Nachbarsdackel Knickebein machte mal wieder die Gegend unsicher. Mit meinem gepflegten Nickerchen war es also vorbei.

Seufzend schwang ich mich aus meinem „Tümpel“ und bewachte mit Adleraugen meine Futterwiese, auf welcher der Kurzbeiner nur allzu gern seine Geschäfte ver­rich­ten würde. Ein roter Fellblitz schoss an mir vorbei und ich plumpste mit einem lauten Klatschen zurück ins Planschbecken.

„Knaaaaabber!“, rief ich empört, denn ich hatte bei dieser Attacke das freche Eich­hörn­chen im Verdacht.

„Was’n?“ Knabber ließ sich von den Ästen über mir auf mei­nen Bauch fallen. Hmmmpffff! Überrascht blickte ich ihn an. „Ähem, dann warst das gar nicht du?“

Knabber grinste. „Nö, das war Knickebein. Er zeigt einer Artistengruppe die Um­ge­bung.“

„Einer Artistengruppe?“, ungläubig starrte ich Knabber an. „Und wo sind die Ar­tis­ten?“

Aus dem Gebüsch hinter mir hörte ich plötzlich lautes Prusten. MauMau purzelte hervor und kringelte sich am Boden vor Lachen: „Sie sitzen auf seinem Rücken! Es sind Flöhe vom Flohzirkus Mínimus. Ich habe ihnen großzügigerweise einen Be­triebs­aus­flug spendiert …“ Der Rest ging im Gekicher der schwarzen Katze unter.

 

Flöhe

 

Kopfschüttelnd wollte ich MauMau zurechtweisen, als Knickebein wieder um die Ecke schoss. „Hiiiiilfe!“, jaulte er. Bei näherem Hinsehen konnte ich ein paar kleine Ge­stalten erkennen, die schunkelnd und singend auf seinem Rücken saßen. Einer von ihnen trug eine rote Mütze mit weißer Bommel auf dem Kopf und gab den Takt vor. „Lasst uns Floh und munter sein …“ Und schon war der Dackel wieder weg. Hüstelnd, damit mich niemand grinsen sehen konnte, stellte ich mich bei der nächsten Runde Knickebein in den Weg. Schlitternd bremste er vor mir ab. Die Ausflugsgesellschaft auf seinem Rücken hatte in der Zwischenzeit die Volksweise „Floh zu sein bedarf es wenig“ angestimmt.

„Hilf mir bitte, Bonolino!“, winselte er. „Die machen mich noch ganz verrückt!“

„Haben sie dich gebissen?“, fragte ich ihn voller Mitgefühl.

„Nein, aber sie singen! Sie singen und schunkeln die ganze Zeit!“

Ich beugte mich zu seinem Rücken hinunter und blickte die Winzlinge mit großen Augen an. „Hallo, ihr Flöhe!“, begrüßte ich sie. „Wer seid ihr und woher kommt ihr?“

Jucki„Ich heiße Jucki und bin der Vor­hüp­fer unserer Truppe“, antwortete der Bom­mel­müt­zen-Floh mit einer Verbeugung. „Unser Zirkus gastiert bei euch in der Nä­he und heute ist unser freier Tag. Zuerst haben wir mit der Katze dort drü­ben Maun­zen geübt und dann hat sie uns zu einem Ausflug mit einem roten Flitzer eingeladen. Ihr seid sehr gastfreundlich! Und daher würden wir uns gerne mit einer Sondervorstellung bei euch bedanken!“

„Nun, wenn das so ist“, räusperte ich mich amüsiert, „dann nehmen wir doch eure Einladung gerne an! Nicht wahr, Knickebein?“

„Aber nur, wenn ihr für die Rückfahrt einen anderen Rücken nehmt. Wie wär’s mit einem kleinen schwarzen Jaguar?“ Grimmig blinzelte Knickebein in MauMaus Rich­tung.

„Ihr könnt auf meinen Rücken hüpfen“, schmunzelte ich und gemeinsam machten wir uns zum Flohzirkus auf. Die fröhlichen Knirpse boten uns eine ganz erstaunliche Vorstellung – angeschirrt mit feinem Draht zogen sie winzige Kutschen oder schossen Mini-Bälle in Mini-Tore. Ich war mächtig beeindruckt! Später auf dem Weg nach Hause hörte ich MauMau vergnügt den Rest des Flohliedes summen: „… und wer Floh ist, ist ein König!“

Flöhe auf Bonolinos Rücken

 

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