Bonolino und die Nazca-Linien

Peru. Bei diesem südamerikanischen Land dachte ich zu allererst an die Kultur der Inka, den Regenwald im Tiefland, die Anden im Hochland, spuckende Lamas und an den Kondor, der über allem seine Geierkreise zieht.

Die Ameisenbärin Coati und der Andenbär Ossi hatten mich um Hilfe gebeten, und so machte ich mich zusammen mit MauMau und Türülü auf den Weg über den großen Teich.

Coati empfing uns aufgeregt: „Gut, dass Ihr da seid! Es geht um die Nazca-Linien!“

Die Nazca-Linien sind riesige, geheimnisvolle Scharrbilder, die vor sehr langer Zeit in die Wüste bei Nazca und Palpa in Peru gezeichnet wurden. Ein Scharrbild entsteht, wenn man die dunklere Oberschicht aus Gestein, Geröll oder Erdreich von der helleren Unterschicht entfernt. Diese Bilder in der Nazca-Wüste zeigen Tiere wie Vögel, Affen oder Spinnen, aber auch Menschen und viele gerade Linien und Formen. Weil die Bilder so groß sind, kann man sie aber nur richtig sehen, wenn man ganz hoch oben in der Luft ist, zum Beispiel aus einem Flugzeug.

„Was ist denn mit den Nazca-Linien?“, fragte ich.

„Einige der Linien verlassen nachts die Wüste und fliegen in den Himmel“, antwortete Ossi. „Dort lassen sie sich in Form von Sternbildern nieder. Wir glauben, dass der Astronaut dafür verantwortlich ist.“

„Der Astronaut?“

„Der Astronaut ist ebenfalls ein Scharrbild in der Nazca-Wüste. Er zeigt mit dem rechten Arm in den Himmel, um den anderen Bildern den Weg ins All zu weisen. Das Kolibri-Scharrbild gesellt sich dort oben dann zur Kolibri-Galaxie, der Hund wandert zum Sternbild Großer Hund, die Eidechse besucht ihr gleichnamiges Sternbild und der Orca fliegt zum Sternbild Walfisch.“

„Was ist denn so schlimm daran?“, wollte Türülü wissen. „Nachts kann man die Linien auf der Erde doch eh kaum sehen. Ist doch hübsch, wenn sie stattdessen am Himmel leuchten.“

Coati, Ossi, Bonolino, MauMau und Türülü betrachten den Sternenhimmel

„So einfach ist das nicht“, sagte Coati. Die übrigen Scharrbilder wollen auch ins Weltall. Die verschiedenen Fisch-Zeichnungen streiten sich wegen der Sternbilder Fliegender Fisch, Delfin, Schwertfisch und Südlicher Fisch. Der Kondor, der Papagei, der Pelikan und der Reiher sind der Meinung, dass ihnen ebenfalls ein Platz dort oben zustünde, weil es ja auch die Sternbilder Adler, Tukan, Paradiesvogel und Kranich gibt. Und die Katze meint, dass sie als Sternbild unbedingt an den Himmel gehört. Schließlich dürfe sie gegenüber den Sternbildern Löwe, Luchs und Kleiner Löwe nicht benachteiligt werden. Sie fordert mindestens ein Sternbild Kleiner Tiger für sich ein.“

MauMau lachte, und ihre grünen Augen funkelten: „Da gebe ich ihr vollkommen Recht!“

„Die können aber nicht alle nach droben“, jammerte Coati. „Das bliebe bestimmt nicht unbemerkt, wenn hier nachts sämtliche Scharrbilder verschwänden. Dann käme womöglich irgendjemand auf die Idee, dass Außerirdische sie entführt hätten. Und stellt euch mal vor, die Sternbilder wollten im Gegenzug alle auf die Erde kommen!“

„Ach was! Warum sollten nicht alle nachts mal die Plätze tauschen? Das fällt bestimmt kaum jemandem auf“, antwortete ich gut gelaunt. „Die Weltraum- und Erdforscher würden sich natürlich verwundert die Augen reiben! Höhö! Ich befürchte allerdings vielmehr, dass es zu einem Sternenstau kommen könnte. „Aufflugunfälle, Bilderpannen, Schwarze Schlaglöcher und so. Alle Scharr- und Sternbilder müssten sich eine umfassende Weltallreise-Krankenversicherung zulegen. Und jemand müsste sich um den Flugverkehr kümmern.“

„Ich wüsste da ein paar geeignete Kandidaten. Es gibt unter den Fisch-Scharrbildern ein paar Vertreter, die eine Art Winkerkelle an der Kopfunterseite tragen. Die würden bestimmt gerne zu Welltall-Verkehrslotsen ernannt, falls sie keine Sternbilder werden können“, meinte Ossi.

Und so wurde es gemacht, alle waren begeistert. Die Scharrbilder wanderten nachts an den Himmel, und die Sternbilder ließen sich in der Nazca-Wüste nieder. Im Morgengrauen traten dann alle wieder die Heimreise an.

MauMau, Türülü und ich verabschiedeten uns von der Nasenbärin Coati und dem Andenbär Ossi und machten uns ebenfalls auf den Heimweg. Zu Hause angekommen, eilte uns Eichhörnchen Knabber entgegen und wollte alles über die „Naschkatz-Wüste“ wissen. Türülü kratzte in der Zwischenzeit mit seinen Krallen vor meinem Gartenhäuschen im Staub herum.

„Was machst du da?“, fragte MauMau erstaunt.

Türülü kicherte: „Ich scharre Bilder für Coati und Ossi – den Kleinen und den Großen Bären!“

Amselmännchen Türülü scharrt mit seinen Krallen Bilder in den Boden


Weblinks: Wikipedia


Seite ausdrucken

Auslandsreise-Krankenversicherung

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Na, weil man auch in der Ferne Gutes finden kann. Gut, bis ins Weltall schweift man in der Regel nicht, aber Peru ist sicher auch eine Reise wert. Und auf der finanziell sicheren Seite ist man dann mit einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung (z. B. von der R+V Krankenversicherung AG).