Parkinson – Telemedizinische Betreuung

Das bundesweit gültige Versorgungsangebot richtet sich an Versicherte mit Morbus Parkinson, einer der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems, die nicht heilbar ist und in Schüben langsam voranschreitet. In Deutschland sind ca. 220.000 Parkinson-Patienten davon betroffen. Fast die Hälfte der Betroffenen erkrankt zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr.

Wichtigstes Element der Behandlung ist die medikamentöse Therapie; durch sie können die typischen Parkinson-Symptome oft deutlich gelindert und die Lebensqualität von Parkinson-Patienten entscheidend verbessert werden. Es hat sich gezeigt, dass eine frühzeitige medikamentöse Therapie dazu beitragen kann, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und eine Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern. Durch den fortschreitenden Verlauf müssen Medikamente jedoch immer wieder neu angepasst werden. Um für die Betroffenen diesbezügliche stationäre Aufenthalte zu vermeiden, kann die Medikationseinstellung auch als ambulante, videounterstützte Parkinsontherapie erfolgen.

Der Fokus des Versorgungsangebotes liegt auf dieser telemedizinisch unterstützten frühzeitigen Medikationseinstellung, insbesondere im Vorfeld drohender Eskalation von Symptomen. Darüber hinaus wird für die Betroffenen die bestmögliche Expertise in der Therapie durch die Einbindung von Parkinson-Referenzzentren, Neurologen und das Case Management durch Parkinson Nurses miteinander gebündelt. Durch die Zusammenarbeit aller am Vertrag beteiligten Einrichtungen erhalten Sie somit eine optimierte Therapie.

Module 0 / I – Zentrales Parkinsonmanagement

  • Prüfung auf Diagnosesicherheit und Vorliegen des Krankheitsstadiums (mind. 2. Grad der UPDRS bzw. Stadium 1,5 nach Hoehn und Yahr).
  • Bei Bedarf Vermittlung eines koordinierenden, niedergelassenen Neurologen.
  • Vermittlung eines für Sie verantwortlichen koordinierenden, niedergelassenen Neurologen sowie einer zuständigen Parkinson-Nurse (Telemedizinassistentin für Parkinson). Die Parkinson-Nurse wird unter Weisungsaufsicht des verantwortlichen Neurologen tätig.
  • Regelmäßige telefonische Kontaktierung (mindestens 1x mal im Quartal) durch eine Telemedizinassistentin für Parkinson zum Abgleich der eingenommen und verordneten Medikationen.
  • Persönliche Kontaktaufnahme bei gegebenen Anlass.
  • Information und Vermittlung zu speziell für Parkinsonpatienten und deren Angehörige entwickelte Unterstützungsangebot (Schulungen, Vorträge, Selbsthilfe etc.).
  • Bei Bedarf Abstimmung mit Hausärzten und anderen Fachärzten zur Sicherstellung der Koordination.
  • Dokumentation therapierelevanter Befunde und Medikationen der Versorgung eines Patienten.

Modul II – Videounterstützte Vorstellung eines Parkinsonpatienten

  • Erstellung von Videosequenzen von Ihnen während der Sprechstunde durch den koordinierenden, niedergelassenen Neurologen.
  • Konsil des am Vertrag teilnehmenden Krankenhauses.

Modul III – Videounterstützte Parkinsontherapie bei Ihnen zu Hause

  • Diagnostik und Entscheidung zur ambulanten Videotherapie durch am Vertrag teilnehmende Spezialisten.
  • Ggf. stationäre Aufnahmen zur weiteren Diagnostik.
  • Erstellung von mindestens 10 Tagesprofilen mit mindestens 3 Aufnahmen (an max. 30 Tagen) bei Ihnen zu Hause.
  • Kontinuierliches Konsil des teilnehmenden Krankenhauses.
  • Kontinuierliche Anpassung der Medikation.

Modul IV – Videounterstützte Parkinsonsprechstunde

  • Diagnostik und Entscheidung zur videounterstützten Parkinsonsprechstunde.
  • Erstellung von mindestens 5 Tagesprofilen mit mindestens 3 Aufnahmen (an max. 7 Tagen) bei Ihnen zu Hause.
  • Konsil des am Vertrag teilnehmenden Krankenhauses.

Das Angebot richtet sich an alle erwachsenen Versicherten der R+V Betriebskrankenkasse mit der gesicherten Diagnose „Typischer bzw. Atypischer Morbus Parkinson (ICD-10: G20.-, G21.-) ab dem 2. Grad der UPDRS (Unified Parkinsons Disease Rating Scale) bzw. dem Stadium 1,5 nach der Stadieneinteilung von Hoehn und Yahr (1967).

Bei einem Aufenthalt im Alten- und Pflegeheim muss die häusliche Versorgung gewährleistet sein.

Die Teilnahme an dem Vertrag ist für Sie freiwillig.

Sie erklären Ihre freiwillige Teilnahme an dem Vertrag bei einer der teilnehmenden Kliniken oder Neurologen durch eine schriftliche Teilnahmeerklärung in ihrer jeweils geltenden Fassung. Die Teilnahmeerklärung regelt zusammen mit der Versicherteninformation zur Teilnahmeerklärung das Nähere zur Durchführung der Teilnahme. Hiervon umfasst sind insbesondere Regelungen zur zeitlichen Bindung an die Teilnahme, zur Bindung an die vertraglich gebundenen Leistungserbringer und zu den Folgen bei Pflichtverstößen; soweit die Abrechnung nicht direkt über den Leistungserbringer erfolgt, die Angabe der Abrechnungsdienstleister sowie ggf. eine Information über den beabsichtigten Austausch von Teilnehmerlisten für Abrechnungszwecke zwischen der R+V Betriebskrankenkasse und dem Leistungserbringer bzw. dem Abrechnungsdienstleister.

Ansprüche von Ihnen werden unmittelbar und mittelbar durch den Vertrag nicht begründet. Leistungen nach diesem Vertrag dürfen ausschließlich gegenüber den Versicherten erbracht werden, die ihre Teilnahme an dem Vertrag gemäß Absatz 2 schriftlich erklärt haben.

Über teilnehmende Parkinson-Referenzzentren (Kliniken) und Neurologen erteilt die MVB Entwicklungsgesellschaft mbH jeweils Auskunft:

0800 46 36 682 (gebührenfrei)

info@mvb-parkinson.de