Galapagos-Inseln Basttasche

Bonolino und DingDongBonolino und DingDong

„Miamm, miamm, miamm“, Knabber hockte auf meinem Schreibtisch und schlug sich den Wanst mit Wal- und Haselnüssen voll.

„Du müsstest eigentlich kugelrund sein, bei dem, was du so spachtelst“, brum­mel­te ich etwas missmutig. „Wenn ich eine Nuss nur anblinzele, nehme ich gleich zehn Kilo zu!“

„Kann sein. Aber dafür bin ich ständig in Bewegung und futtere jede Menge Grün­zeug“, mampfte das Eichhörnchen. Ich doch auch, dachte ich bei mir, und bin trotz­dem ein properes Kerlchen. Knabber schielte nach der Schale mit den Weintrauben. „Die willst du bestimmt nicht mehr.“

Während der kleine Nager vor sich hin schmatzte, blätterte ich kopfschüttelnd durch meine Post und stieß dabei auf einen Prospekt mit dem Titel „Gesund ernähren mit Fast Food“. Nanu! Was war denn das für ein Humbug? Etwa Diät-Hamburger? Auf der Rückseite war eine Adresse in China angegeben. Ihr versteht sicherlich, dass ich mich umgehend auf den Weg machte!

Ich landete in einem Bambus-Wald in der chinesischen Provinz Sechuan, direkt vor den Tatzen eines Großen Pandas. „Willkommen bei Fast Food-DingDong! DingDong, das bin ich“, begrüßte mich der gescheckte Bär mit einem freundlichen Lächeln. „Was darf es denn sein? Ich habe Bambus in allen Variationen im Angebot.“

 

 

„Äääh, Bambus?“ Ich war verwirrt. „In deinem Prospekt stand etwas von Fast Food. Du weißt schon – Schnelles Essen. Schnell im Gebiss. Schnellimbiss! Ich habe da eher an etwas Fettiges, Salziges oder Süßes gedacht.“

„Aber das wäre doch nicht mehr gesund“, gab DingDong zu bedenken. „Mein Fast Food heißt Fast Food, weil es so schnell wächst. Bis zu einem Meter täglich. Man sollte es freilich lieber langsam kauen, denn dann hat man länger davon und es ist auch bekömmlicher. Bambus besteht nämlich aus jeder Menge Ballaststoffen, ist fett­arm und hat nur wenige Kalorien. Man wird also nicht dick davon.“

Misstrauisch beäugte ich seinen wohlgerundeten Bauch. „Wirklich?“

„Klar. Das ist alles nur Fell. So wie du nur aus Haut und Knochen bestehst. Und aus Wasser. Schließlich bist du ja ein Flusspferd.“ DingDong grinste über das ganze Gesicht. Ein sympathischer Bursche. Und seine Logik leuchtete mir durchaus ein, schließlich waren mir schon ähnliche Gedanken durch den Kopf gegangen – damals, bei der Geschichte mit den Guppys.

„Also gut.“ Ich kramte eine Basttasche hervor und bat DingDong, sie reichlich mit den langsam-schnellen Bambussprossen zu füllen.

„Kundschaft!“, rief DingDong und schon kam ein kleines rotes katzenähnliches Wesen dienstbeflissen herbeigesaust. „Das ist KlingKlang, ebenfalls ein Panda und außerdem mein bester wie auch einziger Mitarbeiter“, stellte DingDong vor.

„Du gibst ihm nicht genug zu fressen“, beschwerte ich mich. „Der ist ja ganz klein!“

„Ist ja auch ein Kleiner Panda. Fressen kann er aber wie ein Großer. Man nennt seine Art auch Katzenbär, falls dich das interessiert.“ KlingKlang kicherte und sofort kam mir ein kleines rotes katzenähnliches Wesen mit schier unersättlichem Appetit am anderen Ende der Welt in den Sinn ...

 

Eichhörnchen Knabber

 

Wieder zu Hause angekommen, fand ich Knabber schlafend in der leeren Obst­schale und weckte ihn aus seinem Verdauungsschläfchen: „Hallo Eichkätzchen, heute gibt’s Fernkost aus Fernost! Slow Food, Lahm-Imbiss, oder so. Man muss sich für seine Mahlzeiten Zeit nehmen! Sie genießen!“ Euphorisch legte ich das exotische Gemüse auf den Küchentisch. „Auf meiner Speisekarte hat Fast Food jedenfalls nichts zu suchen!“

Knabber lachte. „Ja klar. Wer mag den schon Beinahe Futter.“

 

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