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Pflegeversicherung

Als Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse sind Sie auto­matisch Mitglied der Pfle­ge­kasse.

Mit der Pflege­ver­sicherung sind Sie gegen finanzielle Risiken im Falle der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit innerhalb des ge­setz­li­chen Rah­mens  ab­ge­sichert.

Die Leistungen orientieren sich am Grad der Pflege­bedürf­tig­keit und daran, ob häusliche oder stationäre Pflege notwendig ist. Von der Pflegekasse werden auch Zuschüsse zur teil­sta­tio­nären Pflege und zur Kurzzeitpflege sowie zur Anschaffung von Pflegehilfsmitteln geleistet.

Der Beitragssatz liegt ab 1. Januar 2017 bei 2,55 % – für Kinderlose bei 2,8 %.

 

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit

Bei der Bewertung der Pflegebedürftigkeit geht es ausschließlich darum, wie stark die Selbstständigkeit bzw. die Fähigkeit zur Bewältigung des Alltags beeinträchtigt ist. Unerheblich ist nun, ob die Selbstständigkeit aufgrund körperlicher oder psychischer Einschränkungen besteht.

 

„Rehabilitation vor Pflege“

Das Begutachtungsverfahren bewirkt, dass sowohl die Beeinträchtigungen pflegebedürftiger Menschen als auch die Möglichkeiten, deren Selbstständigkeit zu erhalten oder zurückzugewinnen, besser erfasst werden. Wird im Pflegegutachten eine Rehabilitationsmaßnahme empfohlen, führt dies unmittelbar zu einem Rehabilitationsantrag, vorausgesetzt, die pflegebedürftige Person stimmt zu.

 

Versorgung mit Hilfs- und Pflegehilfsmitteln

Für Hilfs- und Pflegehilfsmittel, die für die Selbstständigkeit Pflegebedürftiger besonders wichtig sind oder die Pflege erleichtern, müssen Pflegebedürftige keinen gesonderten Antrag stellen. Empfiehlt die Gutachterin oder der Gutachter bei der Überprüfung der Pflegebedürftigkeit diese Hilfsmittel und stimmt die pflegebedürftige Person zu, reicht dies aus, und eine ärztliche Verordnung ist nicht mehr erforderlich.

 

Flexible Gestaltung der Inanspruchnahme von Pflegesachleistungen

Pflegebedürftige können aus den Angeboten zugelassener Pflegedienste nach ihren Bedürfnissen frei wählen, unabhängig davon, ob diese Angebote körperbezogene Pflegemaßnahmen, pflegerische Betreuungsmaßnahmen oder Hilfen bei der Haushaltsführung betreffen.

 

Pflegeberatung für Pflegebedürftige und deren Angehörige

Pflegende Angehörige profitieren vom Ausbau der Pflegeberatung durch gezielte Informationen über Entlastungsangebote wie Pflegekurse oder Freistellungsmöglichkeiten nach dem Pflegezeit- und Familienpflegegesetz.

 

Soziale Absicherung der Pflegepersonen

Für Pflegepersonen, die Angehörige bzw. Pflegebedürftige im Pflegegrad 2 bis 5 wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig zwei Tage in der Woche, zu Hause pflegen, zahlt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen die Beiträge zur Rentenversicherung. Zusätzlich genießen Pflegepersonen den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Hat die Pflegeperson ihre Beschäftigung wegen der Pflege unterbrochen oder ganz aufgegeben, zahlt die Pflegekasse für die Dauer der Pflege auch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.

 

Leistungsbeträge in der ambulanten Pflege

Pflegebedürftige, die ambulant in ihrer Wohnung bzw. in einer häuslichen Umgebung gepflegt werden, erhalten von der Pflegekasse folgende Leistungsbeträge:

 

Pflegegrad Pflegesachleistung Pflegegeld Teilstationäre Pflege
2 689 EUR 316 EUR 689 EUR
3 1.298 EUR 545 EUR 1.298 EUR
4 1.612 EUR 728 EUR 1.612 EUR
5 1.995 EUR 901 EUR 1.995 EUR

 

Außerdem wurde der Zuschuss für ambulante Wohngruppen auf 214 EUR angehoben. Auch die Entlastungsbeträge, z. B. für zusätzliche Betreuungsleistungen, wurden angepasst. Sie betragen künftig einheitlich 125 EUR.

 

Leistungsbeträge in der stationären Pflege

In der stationären Pflege zahlen alle Heimbewohner der Pflegegrade 2 bis 5 innerhalb eines Heims den gleichen Eigenanteil. Bei Pflegebedürftigen, die bereits vor dem 1. Januar 2017 in einer stationären Einrichtung sind und die nach der neuen Regelung eine höhere Eigenbeteiligung leisten müssten, zahlt die Pflegekasse einen Ausgleich, so dass es zu keiner Mehrbelastung für die Pflegebedürftigen kommt.

 

Pflegegrad Vollstationäre Pflege
2 770 EUR
3 1.262 EUR
4 1.775 EUR
5 2.005 EUR

 

Leistungen bei Verhinderung der Pflegeperson und Nichtsicherstellung der häuslichen Pflege

Ist eine Pflegeperson aufgrund von Erholungsurlaub, Krankheit oder aus sonstigen Gründen an der Pflege des Pflegebedürftigen mit mindestens Pflegegrad 2 gehindert und wird die Pflege in der häuslichen Umgebung durch eine Ersatzpflegekraft sichergestellt, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für bis zu sechs Wochen je Kalenderjahr in Höhe von bis zu 1.612 EUR (Verhinderungspflege).

Ist die (weitere) Pflege in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen zeitweise nicht möglich, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die Unterbringung in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung für die Dauer von bis zu acht Wochen in Höhe von bis zu 1.612 EUR (Kurzzeitpflege). Es ist möglich, dass Leistungsbeträge der Kurzzeitpflege auf die Verhinderungspflege und umgekehrt übertragen werden.

Für weitere Informationen zum Thema bitten wir Sie, sich direkt mit uns in Verbindung zu setzen.

 

So finden Sie Pflegeeinrichtungen in Ihrer Nähe

Im Internet können Sie unter www.bkk-pflegefinder.de gezielt nach ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Ihrem Postleitzahlenbereich suchen. Auf den Internetseiten finden Sie auch Bewertungen der Qualität und Leistungen der einzelnen Einrichtungen sowie Informationen zur Vergütung.

 

Fragen zum Thema Pflegeversicherung?

Wir informieren Sie gerne, wenn Sie Fragen zum Thema Pflege haben. Rufen Sie uns einfach an. In vielen Gemeinden und Städten gibt es darüber hinaus ein breit gefächertes Beratungsangebot zu verschiedenen Aspekten rund um das Thema Pflege und selbstständiges Leben im Alter. Bundesweit gibt es über 550 Pflegestützpunkte, in denen Sie umfassend zum Thema Pflege beraten werden. Wo überall, erfahren Sie im Internet unter www.gesundheits-und-pflegeberatung.de. Hier finden Sie auch weiterführende Informationen zur Pflegereform.

Auf den Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums finden Sie außerdem einen digitalen Ratgeber für Pflegeleistungen: den Pflegeleistungshelfer.

Was müssen Sie tun, um Pflegehilfen zu erhalten und was wird bei einer Begutachtung überprüft? Welche Hilfen bekommen Sie und welche Möglichkeit haben Sie, aktiv gegen Ihre Pflegebedürftigkeit vorzugehen? Antworten auf diese Fragen und hilfreiche Informationen für Pflegebedürftigte und deren Helfer erhalten Sie unter pflegeinfo.bkk-sued.de.