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Haushaltshilfe

Die R+V BKK übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für eine Haus­halts­hil­fe.

Bevor Sie einen Antrag auf Haushaltshilfe stellen, rufen Sie uns bitte an, damit wir Ihre individuelle Le­bens­si­tua­tion mit den gesetzlichen Be­stim­mun­gen abgleichen können:
 0800 255 7880. Ein Antragsformular senden wir Ihnen im An­schluss gerne zu.

Damit generell ein Anspruch besteht, müssen Sie den Haushalt selbst geführt haben, und es darf keine andere Person im Haushalt leben, die die Arbeit gegebenenfalls zeitversetzt über­nehmen kann.

 

Haushaltshilfe für Familien mit Kindern

  • Sie können Ihren Haushalt wegen einer stationären Krankenhausbehandlung oder einer am­bu­lanten bzw. stationären Rehabilitationsmaßnahme nicht weiterführen? Die R+V BKK ist Kostenträger dieser Maßnahme? Dann könnten Sie während dieser Zeit einen Anspruch auf Haushaltshilfe haben.
  • Sie können Ihren Haushalt wegen schwerer Krankheit oder wegen akuter Ver­schlim­me­rung einer Krankheit, insbesondere nach einer Krankenhaus­behandlung, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhaus­be­hand­lung nicht weiterführen? Dann könnten Sie ebenfalls einen Anspruch auf Haus­halts­hil­fe haben. Dieser ist auf die Dauer von maximal 26 Wochen begrenzt.

Voraussetzung ist, dass in Ihrem Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.

 

Haushaltshilfe, auch wenn keine Kinder in Ihrem Haushalt leben

Die R+V BKK kann Ihnen Haushaltshilfe gewähren, wenn Ihnen die Weiterführung des Haus­halts wegen schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit, ins­be­son­de­re nach einer Krankenhausbehandlung, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung nicht möglich ist. Die Leistung ist auf die Dauer von ma­xi­mal 4 Wochen begrenzt.

 

Haushaltshilfe bei Schwangerschaft und Entbindung

Während der Schwangerschaft können Sie eine Haushaltshilfe beantragen, wenn Sie an mas­siven Schwangerschaftsbeschwerden leiden. Der Anspruch besteht auch bei einer Ri­si­ko­schwan­gerschaft, wenn eine ärztlich angewiesene körperliche Schonung (Bettruhe) erforderlich ist. Bitte senden Sie uns mit dem Antrag eine Kopie des Mutterpasses zu. Der Anspruch besteht auch, wenn noch kein Kind in Ihrem Haushalt lebt.

Allein schwangerschaftstypische Befindlichkeitsstörungen lösen grundsätzlich keinen An­spruch auf eine Haushaltshilfe aus.

Nach der Entbindung kann eine Haushaltshilfe in Frage kommen, wenn ein verzögerter Hei­lungs­prozess und körperliche Einschränkungen vorliegen (z. B. nach einem Kaiserschnitt). Eine Entbindung an sich, ein Kaiserschnitt oder eine Mehrlingsgeburt reichen als Begründung hierfür nicht aus.

Die Haushaltshilfe bei Schwangerschaft und Entbindung ist zuzahlungsfrei. Tritt während der Schwangerschaft oder in Folge einer Entbindung eine Erkrankung ein, ist der Anspruch auf Haushaltshilfe nach den vorgenannten Bestimmungen zu beurteilen. Eine Zuzahlung ist zu leisten.

 

Leistungsumfang

Der Leistungsumfang richtet sich nach Ihrem individuellen Hilfebedarf. Bei der Entscheidung werden neben den vom Arzt mitgeteilten körperlichen Einschränkungen auch im Haushalt lebende Kinder und Ehe- oder Lebenspartner miteinbezogen. Der Gesetzgeber betrachtet einen gemeinsamen Haushalt als eine gemeinsame Aufgabe.

Eine Anspruchsminderung erfolgt möglicherweise durch folgende Zeiten:

  • Zeiten Ihrer beruflichen Tätigkeit.
  • Schul- und Kindergartenzeiten: Wir übernehmen die Kosten für eine Haushaltshilfe aus­schließ­lich für die Zeiten, in denen die Kinder zu Hause betreuungsbedürftig sind.
  • Zeiten, in denen andere im Haushalt lebende Personen die Haushaltsführung übernehmen können (z. B. an Wochenenden oder in den Abendstunden).

 

Ihre Zuzahlung

Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, tragen 10 % der kalendertäglichen Kosten für die Haushaltshilfe selbst (mindestens 5 EUR, maximal 10 EUR). Im Fall der Gewährung bei Schwangerschaft und Entbindung entfällt die Zuzahlung.

 

Wer kann den Haushalt weiterführen?

Verwandte/Verschwägerte bis zum 2. Grad und Ehe- oder Lebenspartner

Sie möchten Ihren Haushalt von einer vertrauten Person führen lassen? Hierzu gibt es eine ein­heitliche Regelung für alle Krankenkassen, bezogen auf die Verwandtschaft im zweiten Grad. Helfen Ihnen Verwandte (z. B. Großeltern, Kinder, Enkel, Geschwister) oder Ver­schwä­ger­te (z. B. Schwiegereltern, Schwiegertöchter-/söhne, Schwägerin) aus, ist eine Erstattung für eine selbst beschaffte Haushaltshilfe grundsätzlich nicht möglich. Gleiches gilt für Ehe- oder Le­bens­partner (auch geschieden oder getrennt lebend).

Wir können allerdings die entstandenen Fahrkosten und einen Teil des Verdienstausfalls über­neh­men. Die Erstattung liegt bei 90 % des entgangenen Nettoarbeitsentgelts, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt (im Jahr 2018 sind dies maximal 103,25 EUR kalendertäglich). Den Verdienstausfall muss der Arbeitgeber bestätigen. Ist Ihre Haushaltshilfe selbstständig tätig, können ebenfalls bis zu 90 % des entgangenen Verdienstausfalls (im Jahr 2018 höchstens 103,25 EUR kalendertäglich) erstattet werden. Dieser Ausfall muss nachweisbar sein (z. B. über einen ak­tuel­len Steuerbescheid und einen Einkommensnachweis des Steuerberaters).

Wichtig: Damit sind finanzielle Einbußen verbunden!

Wir weisen Sie darauf hin, dass der Arbeitgeber dazu verpflichtet ist, die Krankenversicherung zu beenden, wenn der unbezahlte Urlaub länger als einen Monat dauert. Darüber hinaus ist der Kranken- und Pflegeversicherungsschutz anderweitig sicherzustellen (kostenlose Familien­ver­si­che­rung bzw. freiwillige Versicherung). Den Abbau von Überstunden können wir nicht er­stat­ten. Dies gilt auch für den Tarifurlaub.

 

Sonstige „Ersatzkraft“

Helfen andere Personen aus, dann beteiligen wir uns an den Kosten in einem angemessenem Umfang: Für die Anzahl der Einsatzstunden und -tage können dabei die Zahl und das Alter der zu betreuenden Kinder sowie An- bzw. Abwesenheit von Haushaltsangehörigen berücksichtigt werden. Die Vergütung beträgt im Jahr 2018 maximal 9,50 EUR je Stunde.

 

Fachkräfte von Organisationen

Manchmal kann es erforderlich sein, eine Fachkraft von Organisationen oder Verbänden (z. B. Sozialstationen) mit der Weiterführung des Haushalts zu betrauen. In diesem Fall wird z. B. eine Pflegekraft oder eine Hauswirtschafterin den Haushalt führen. Organisationen werden meist im Rahmen von Verträgen tätig und können die Kosten direkt mit uns abrechnen.

 

Besonderheiten

Haushaltshilfe bei Mitaufnahme im Krankenhaus während der stationären Behandlung Ihres Kindes

Sie werden als Begleitperson bei der stationären Behandlung Ihres R+V BKK versicherten Kindes vom Krankenhaus mit aufgenommen? Dann könnten Sie während dieser Zeit einen Anspruch auf Haushaltshilfe haben. Voraussetzung ist, dass Ihnen durch die Mitaufnahme die Weiterführung des Haushalts und Kinderbetreuung eines weiteren Kindes (das bei Beginn der Haushaltshilfe das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist) nicht möglich ist und eine andere im Haushalt lebende Person diese Aufgaben nicht übernehmen kann.

Sofern das erkrankte Kind das siebte Lebensjahr vollendet hat, legen Sie bitte eine vom Krankenhaus ausgestellte Notwendigkeitsbescheinigung über Ihre Mitaufnahme vor.