Photodynamische Therapie bei aktinischer Keratose

Aktinische Keratose ist eine durch UV-Licht verursachte chronische Schädigung der verhornten Oberhaut und tritt überwiegend an lichtexponierten Hautarealen wie z. B. an Kopf- und Halsregionen, Dekolleté, Armen sowie den Handrücken auf.

Die aktinische Keratose wird als Carcinoma in situ, einer Vorstufe des hellen Hautkrebs, angesehen und gehört zu den Top10-Diagnosen in dermatologischen Praxen. Bis zu 10 % der Patienten mit aktinischen Keratosen entwickeln ein Plattenepithelkarzinom. Das Plattenepithelkarzinom ist der zweithäufigste Hauttumor, der mit einer Neuerkrankungsrate von ca. 70.000 pro Jahr in Deutschland einhergeht.

Was ist die Photodynamische Therapie?

Die Photodynamische Therapie (PDT) ist ein nicht-invasives, ambulantes Verfahren zur Behandlung der aktinischen Keratose und stellt eine vollwertige Alternative zu den operativen Verfahren dar.

Wie funktioniert die Photodynamische Therapie?

Die Photodynamische Therapie kombiniert den Einsatz einer Lichtquelle mit einer lichtaktivierbaren Substanz (Ameluz®). Im Rahmen der Photodynamischen Therapie werden gezielt die kranken Hautzellen zerstört und gleichzeitig das gesunde umliegende Gewebe geschont.

Wie ist der Ablauf der Photodynamischen Therapie?

Am Tag der Behandlung wird morgens die Feldgröße festgelegt. Anschließend wird der Lichtsensibilisator (Ameluz®) auf die erkrankten Hautpartien aufgetragen und das Areal mit einem Klebepflaster lichtdicht abgedeckt. Nach 3 Stunden Einwirkzeit werden die Abdeckung und etwaige Gel-Reste entfernt. Zunächst wird mit einer speziellen Blaulicht-Lampe kontrolliert, ob der behandelte Bereich fluoresziert – also ob und wie stark sich die sogenannte Porphyrine in den erkrankten Stellen angereichert haben. Die nachfolgende Belichtung mit Rotlicht selbst dauert ca. 10 Minuten.

Während der Belichtung kommt es häufig zu Brennen und Schmerzen im Behandlungsareal, die individuell unterschiedlich stark wahrgenommen werden. Aus diesem Grund erhalten Sie eine Stunde vor Behandlungsbeginn eine Schmerzmedikation, parallel zur Belichtung wird mit einem Kaltluftgerät gekühlt.

Welchen Vorteil hat die Photodynamische Therapie im Vergleich zu den herkömmlichen Verfahren?

Im Vergleich zu den herkömmlichen Operationen handelt es sich bei der PDT um eine nicht-invasive und patientenfreundliche Anwendung. Die topischen Therapieverfahren dagegen setzen eine hohe Compliance und gewisse Expertise der Patienten bei der Anwendung voraus. Zudem zeigen topische Therapieverfahren deutlich niedrigere Langzeit-Abheilungsraten als die PDT.

Gleichzeitig zeigt die PDT in der Regel deutlich bessere kosmetische Ergebnisse und hinterlässt zumeist keine sichtbaren Narben. Mit der photodynamischen Therapie ist zudem eine großflächige Behandlung möglich. Der große Vorteil daran ist, dass neben der eigentlichen Läsion auch weitere Sonnenschäden wie die oft über größere Areale versprengten Verhornungen der aktinischen Keratosen in ihrer Gesamtheit erfasst und behandelt werden können. Außerdem können Läsionen, die nicht mit dem bloßen Auge sichtbar sind, umfassend und nachhaltig behandelt werden.

Vorteile in der Kurzübersicht

  • Therapieverfahren mit hoher medizinischer Evidenz
  • Eine ambulante nicht-invasive Behandlung
  • Die Vermeidung eines Plattenepithelkarzinomens
  • Hohe und lang anhaltende Abheilungsraten
  • Flächentherapie senkt die Rate der Neuentstehung von aktinischen Keratosen

Wo kann man sich mittels Photodynamischer Therapie behandeln lassen?

Am Vertrag teilnehmende Vertragsärzte finden Sie unter:
http://gesundheitsverbundnord.de/wp/ihre-gesundheit/behandlungsorte-pdt/.